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EU veröffentlicht Fahrplan zum Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen
Diese Entwicklung basiert auf einer erfolgreichen EU-weiten Bürgerinitiative.
Konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben geplantDie Europäische Kommission hat ihren lang erwarteten Fahrplan zum schrittweisen Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen veröffentlicht. Diese sogenannte Roadmap ist das Resultat der Europäischen Bürgerinitiative „Safe Cruelty Free Cosmetics – für ein Europa ohne Tierversuche“, bei der 1,2 Millionen Unterschriften gesammelt worden waren. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt die Veröffentlichung als wichtigen Schritt zu einer Testung ohne Tierversuche.
In der EU werden jedes Jahr rund eine Million Tiere im Bereich der regulatorischen Testung verwendet und getötet – das entspricht etwa 13 % der Gesamtzahl von acht Millionen Tieren. Dabei werden beispielsweise Ratten und Mäusen über Monate hinweg täglich giftige Chemikalien mittels einer Magensonde verabreicht. Die Folgen können Schmerzen, Entzündungen, Blutungen, Organversagen und letztlich der Tod sein. Auch schwangeren Tieren werden täglich Substanzen verabreicht, um mögliche Auswirkungen auf ihre Nachkommen zu untersuchen.
Die EU-Kommission bekräftigt nun mit ihrer Roadmap, Tierversuche zur Sicherheitsbewertung in der EU in 15 Rechtsbereichen vollständig abzuschaffen. Darunter fallen Industriechemikalien, Stoffe in Verbraucherprodukten, Pestizide, Biozide, Arzneimittel, Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe sowie die Überprüfung der Biokompatibilität von Medizinprodukten.
Allerdings bleiben wichtige regulatorische Bereiche weiterhin außen vor: Biologika, Impfstoffe, Gentherapien, Human- und Tierarzneimittel für neuartige Therapien, die nicht als Chemikalien eingestuft werden, fallen nicht in den Geltungsbereich des Fahrplans.
Die Roadmap enthält mehr als 20 Maßnahmen und konkrete Zielvorgaben für die erste Umsetzungsphase. So soll bis 2027 ein Bericht erstellt werden, der die wichtigsten regulatorischen Bedarfsbereiche für tierversuchsfreie Verfahren identifiziert und Prioritäten für deren Entwicklung festlegt. Dieser Bericht soll anschließend im Dreijahresrhythmus aktualisiert werden.
Als kurzfristige Maßnahme plant die Kommission, bis 2029 bereits verfügbare tierversuchsfreie Testmethoden in Rechtsvorschriften und Leitlinien zu verankern und „überflüssige“ Tierversuche abzuschaffen. Weniger weit entwickelte Testsysteme sollen ebenfalls übernommen werden, sobald sie ausreichend ausgereift sind. Ebenfalls für 2029 ist eine Konferenz vorgesehen, auf der die bisherigen Fortschritte bewertet und weitere Ziele sowie Maßnahmen festgelegt werden sollen.
Bis Ende 2026 will die Kommission zudem eine öffentlich zugängliche Plattform einrichten, auf der regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichtet wird. Damit sollen Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessengruppen gestärkt werden.
Bemerkenswert: Die Roadmap ist eine direkte Folge einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) – einem Instrument der direkten Bürgerbeteiligung auf EU-Ebene. Werden innerhalb von zwölf Monaten mindestens eine Million gültige Unterschriften gesammelt, ist die Europäische Kommission verpflichtet, sich mit dem Anliegen zu befassen. In den Jahren 2021 und 2022 kamen mehr als 1,2 Millionen Unterschriften für die Initiative „Safe Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche“ zusammen. Ärzte gegen Tierversuche war nicht nur maßgeblich an dieser Kampagne beteiligt, sondern auch durch Gremienarbeit auf EU-Ebene direkt in die Entwicklung der Roadmap eingebunden.
„Zwar bleiben weite Bereiche der Tierversuche, wie Grundlagen- und angewandte Forschung, unberücksichtigt, und die vorgesehenen Zeiträume sind sehr lang. Dennoch ist der EU-Fahrplan ein äußerst begrüßenswerter Schritt zur Abschaffung aller Tierversuche“, kommentiert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. „Erstmals werden konkrete Meilensteine und Zielvorgaben für den Umstieg in dem Teilbereich der regulatorischen Chemikalientestung formuliert. Die Roadmap zeigt zudem eindrücklich, dass sich Bürgerengagement auszahlt.“
Ärzte gegen Tierversuche wird die Umsetzung des Fahrplans engmaschig begleiten und sich weiterhin für eine vollständige Abschaffung aller Tierversuche einsetzen.
Weitere Infos
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Melanie Seiler
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbach
Deutschlandfon ..: 02204-99902-24
web ..: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
email : seiler@aerzte-gegen-tierversuche.de„Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“ – Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch
Pressekontakt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Frau Gaby Neumann
Lustheide 85
51427 Bergisch Gladbachfon ..: 02204-99902-32
email : neumann@aerzte-gegen-tierversuche.deDisclaimer: Diese Pressemitteilung wird für den darin namentlich genannten Verantwortlichen gespeichert. Sie gibt seine Meinung und Tatsachenbehauptungen und nicht unbedingt die des Diensteanbieters wieder. Der Anbieter distanziert sich daher ausdrücklich von den fremden Inhalten und macht sich diese nicht zu eigen.ZenaTech gibt Umsatzsteigerung von 640 % im 1. Quartal 2026 bekannt – Wachstum im Jahresvergleich von Drohnensparte getragen Mitteilung an die Aktionäre gemäß § 45(5) des Companies Act
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