• Der Neubau bei Tiefbau Tillmann in Recklinghausen kombiniert moderne, puristische Bauweise mit historischen Bestandsgebäuden.

    BildRecklinghausen / Osnabrück. Historische Industriekulisse auf der einen Seite, moderne Kuben aus Beton und Stahl auf der anderen – die Modernisierung des Firmensitzes der Tillmann Tiefbau GmbH in Recklinghausen setzt ein außergewöhnliches Statement. Obwohl die aus der längst abgeschlossenen Kohleförderung stammenden Bestandsgebäude einen klaren Kontrast zu den Neubauten für Verwaltung und Lager bilden, erwächst ein starker Zusammenhalt. Ihr gemeinsames Motiv: Ursprünglichkeit und Lebendigkeit werden durch den Fokus auf die natürlich wirkenden Materialien widergespiegelt.

    Bereits seit vielen Jahren ist die Tillmann & Co. Tiefbaugesellschaft mbH auf dem Gelände des ehemaligen Schachts 5 der Zeche „General Blumenthal“ beheimatet. Wegen des Wachstums des seit mehr als 125 Jahren bestehenden Unternehmens wurde eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig; 2013 begannen die Planungen für Neubauten. Entstanden ist ein Gebäudeensemble, das die architektonische Verbindung aus Tradition und Moderne reizvoll interpretiert.

    Der Entwurf des Architektenbüros eleVAtion. architecture+design GbR greift diesen Scheingegensatz bewusst auf. „Das Kerngeschäft sowie die Philosophie des Unternehmens an den hinzuzufügenden Gebäudeteilen ablesbar zu machen, galt als Konzeptleitfaden. Das Ergebnis sind klare, zukunftsorientierte Strukturen, die sich dennoch mit den Bestandsbauten zu einem Ensemble zusammenfügen und einen Spannungsbogen zwischen Alt und Neu bilden“, erklärt Dipl.-Ing. Architekt Boris F. Lehmann, der das Münsteraner Architekturbüro mit seinem Kollegen M.A. (arch.) Architekt Marcel Müller führt.

    Betonung der grundlegenden Baumaterialien

    So bleibt die Kaue, die bis 1960 noch für den Bergbaubetrieb diente und mit der markanten roten Klinkerfassade einen starken Akzent setzt, erhalten. Sie wird zurzeit renoviert und gegen Ende 2016 ihrer neuen Bestimmung übergeben. Die seit dem Herbst 2015 vollständig bezogenen Neubauten – ein Verwaltungsgebäude sowie eine neue Lagerhalle als Stahlkonstruktion mit integrierter Kaue – stellen dieser historischen Kulisse einen neuzeitlichen Baustil gegenüber, der auf puristische Linienführung sowie die Betonung der grundlegenden Materialien Beton und Stahl setzt.

    Gerade die Betonfassade ist ein besonders augenfälliges Merkmal der Neubauten: „Naturbelassene“, also nicht eingefärbte Sichtbeton-Fassadenelemente charakterisieren die Wahrnehmung des Gebäudes. Farb-Changierungen, die dabei auftreten können, untermauern den Ansatz von Authentizität und Lebendigkeit.

    Vorgefertigte Doppelwandelemente für schnelle Montage

    Um die Vision der Architekten und des Auftraggebers, der Sieger Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG, zu realisieren, war ein präzises Zusammenspiel verschiedenster Gewerke nötig. Das Osnabrücker Ingenieurbüro Schlattner übernahm nicht nur verschiedenste statische Berechnungen – es plante auch in enger Zusammenarbeit mit den Architekten und dem Betonfertigteillieferanten die Thermowandelemente und begleitete deren Vorfertigung. Diese sind als Doppelwandelemente mit Kerndämmung ausgeführt und wurden nach der Montage vor Ort ausbetoniert.

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    Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens liegt in der geringen Montagezeit begründet, auch wenn auf der anderen Seite gegenüber herkömmlichen Bautechniken ein höherer Planungsaufwand entstand. Statisch erforderliche Bauteile mussten so in die Innenschale integriert werden, dass das Fassadenbild dem architektonischen Wunsch, hierüber Raumzonen zu definieren, gerecht wurde. Dafür plante das Ingenieurbüro Schlattner spezielle „Taschen“ ein. Durch sie wurden die Fassadenelemente mit den Deckenelementen verzahnt und dienen somit als Auflager für die Stahlbetondecken.

    „Der Abstimmungsbedarf sowohl mit dem Architekturbüro als auch mit dem Betonfertigteilwerk war beträchtlich. Denn eine nicht alltägliche Herausforderung bestand darin, die Außenschale teilweise Geschoss-übergreifend zu gestalten“, berichtet Dipl.-Ing. Cornelius Schlattner. Auch die Planung und Anbindung der Stahlskelettkonstruktion der Lagerhalle gehörte zum vielseitigen Portfolio, das eine exakte Abstimmung aller Gewerke bedingte.

    Stahltreppe aus einem Stück

    Ein weiteres Highlight stellte für Schlattner die Konstruktion der Strahltreppe im Verwaltungsgebäude dar: Die Vorgaben der E.a+d Architekten sahen eine selbsttragende filigrane Stahltreppe vor, die komplett in einem Stück gefertigt ist.

    „Die Steifigkeit der Falttreppe musste so ausgebildet werden, dass auftretende Schwingungen beim Betreten praktisch nicht mehr wahrgenommen werden können – ein wesentlicher Aspekt für die gefühlte und tatsächliche Sicherheit der Nutzer“, betont Cornelius Schlattner.
    Renovierung der alten Kaue inklusive

    Über die Tragwerksplanung hinaus kümmerte sich das Ingenieurbüro um den Wärmeschutz und die Planung des vorbeugenden Brandschutzes. Außerdem widmete sich das Planungsteam der Sanierung des Bestandsgebäudes. Bevor die alte Kaue im Herbst 2016 wieder voll genutzt werden kann, müssen die von Schlattner geplanten statischen Maßnahmen umgesetzt sowie der Bestand brandschutztechnisch ertüchtigt werden.

    Das Konzept für die energetische Sanierung schließlich ist einer der letzten Mosaiksteine, die nötig sind, um auch das historische Klinkergebäude „fit“ für die Zukunft zu machen. Mit der Weiternutzung durch die Mitarbeiter von Tillmann Tiefbau steht einer Renaissance der historischen Kulisse in einem neuzeitlichen Zusammenhang nichts mehr im Wege.

    Weitere Infos:
    www.schlattner.de; www.elevation-architecture.de; www.tillmann-bau.de

    Über:

    Ingenieurbüro Schlattner GbR
    Herr Cornelius Schlattner
    Weißenburger Str. 9
    49076 Osnabrück
    Deutschland

    fon ..: 0541 / 941 66 0
    web ..: http://www.schlattner.de
    email : info@schlattner.de

    Kurzportrait des Ingenieurbüros Schlattner:

    Bereits seit 1986 ist das Ingenieurbüro Schlattner aus Osnabrück der zuverlässige Partner für Bauherren, Betreiber, Architekten, Bauunternehmungen und das Handwerk. Tragwerksplanung und Brandschutz im Industrie- und Gewerbebau sind die Kernkompetenzen, die bereits in zahlreichen renommierten Projekten – von Sportstätten über Produktionshallen und Offshore-Windanlagen bis hin zu Krankenhäusern und Schulen etc. – zur Geltung gekommen sind. Darüber hinaus erbringt das Team viele weitere „fundierte“ Leistungen aus dem Bauingenieurwesen in der modernen Planung und Architektur – ebenso für private Bauherren.

    Pressekontakt:

    Perfect Sound PR
    Herr Frank Beushausen
    Gewerbepark 18
    49143 Bissendorf

    fon ..: 05402/701650
    web ..: http://www.perfectsoundpr.de
    email : info@perfectsoundpr.de

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    Reizvolles Ensemble: Historische Klinkerkulisse trifft puristische Architektur mit Beton und Stahl

    im Web publiziert am 18. Januar 2016 in der Rubrik Presse - News
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